Zu einer Rettungsdienstfortbildung der besonderen Art trafen sich am 12. August 2008 einige Kollegen des Malteser Hilfsdienstes mit ihrem Rettungsdienstleiter Manfred Kirst. Ziel der Ausbildung war es, gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Veitshöchhheim, die „Menschenrettung aus großer Höhe" zu üben. Um 18:00 Uhr wurden wir von Dieter und Christian, zwei Kollegen der Feuerwehr Veitshöchheim, am dortigen Gerätehaus begrüßt. Bei einer technischen Erläuterung der DLK 23/12, dem Drehleiterfahrzeug der Feuerwehr Veitshöchheim mit dem Funkrufnamen: „Florian Veitshöchheim 30/1“, erfuhren wir von der Steighöhe der Leiter auf knapp 30 Metern. Bei einer Ausladung von 12 Metern reicht die Rettungshöhe somit bis ans 7. Obergeschoß eines Hauses. Nicht nur zu Brandeinsätzen, sondern auch immer häufiger zur Rettung z.B. adipöser (schwergewichtiger) Patienten, die durch zu enge Treppenhäuser nicht vom Rettungsdienst allein transportiert werden können, wird die Drehleiter angefordert. Weitere Drehleiterfahrzeuge wie in Veitshöchheim stehen noch in Würzburg bei der BF, in Höchberg und in Ochsenfurt bei den dortigen Freiwilligen Feuerwehren.
Nach der theoretischen Einweisung wurde es ernst. Ernst wurde es aber auch für zwei Kollegen und den First Respondern der Feuerwehr Veitshöchheim, nachdem um 18:20 Uhr ein Alarm einging. Mit dem Johannes Würzburg 10/2 (ehem. 63/70) rückten Feuerwehr und Rettungsdienstler gemeinsam aus, um als Helfer vor Ort zu fungieren.
Währendessen übten die anderen Kollegen am Schlauchturm den Transport einer “verletzten“ Person über die Drehleiter. Das Abnehmen der Trage vom Korb der Drehleiter am Boden war nicht ganz so einfach, sodaß sich eine Kollegin einen Finger quetschte. Doch mit einem Kühlpack und Streicheleinheiten war der Schmerz schnell wieder vergessen. Gegen 19:30 Uhr waren auch die beiden Kollegen von ihrem First Responder-Einsatz zurück und konnten ebenfalls noch eine Übung mit der Drehleiter mitmachen. Gegen 20:00 Uhr war Übungsende und mit zuvor noch nie gekannten Eindrücken eines Patienten in fast 30m Höhe machten wir uns nach einem kurzen Abstecher beim Eis-Stephan wieder auf den Heimweg.
Michael Sala
(Sanitätszug Zugführer/Malteser Würzburg)
