„85. Geburtstag von Ludwig Wundling“
Mit Feuerwehrehrenkommandant Ludwig Wundling feierte einer der letzten noch lebenden Veitshöchheimer Originale seinen 85. Geburtstag
Zufrieden über sein Lebenswerk stieß Ludwig Wundling gestern im Caritas-Altenheim Sankt Hedwig mit seinen beiden Töchtern Christine und Elisabeth, drei Enkeln und drei Urenkeln und den Gästen, die ihm an seinem 85. Geburtstag die Ehre erwiesen, mit einem Gläschen Rotwein an.
Durch die fürsorgliche Pflege, auf die er im Altenheim seit 2005 wegen Diabetes angewiesen ist, geht es bei ihm in letzter Zeit wieder aufwärts. Wie Wundling Bürgermeister Rainer Kinzkofer mit leuchtenden Augen erzählte, macht er inzwischen täglich bis zu fünf Liegestütze und Spaziergänge vor allem im nahen Hofgarten, ist im Heimbeirat aktiv und trifft sich jeden Freitag mit seinen „Mädels“ zur Schafkopfrunde.
Der Jubilar zählt zu den wenigen noch lebenden urwüchsigen Veitshöchheimer Originalen. Ob nun als Feuerwehrmann, Taucher oder ehemaliger „Sternwirt“, mit seinen Anekdoten könnte er ein ganzes Buch füllen. 2006 verlor er seine Frau Inge. Kennen gelernt hatte er sie 1943 im thüringischen Goldbach bei Gotha, als er gerade von einer schweren Kriegsverwundung genesen, für ein Vierteljahr zur Neuaufstellung weilte. Nach der Rückkehr aus der amerikanischen Gefangenschaft ließ Ludwig seine Verlobte 1946 nach Veitshöchheim kommen, um sie dann im April 1947 in der Vituskirche zu heiraten. Nach Ablegung der Metzgermeisterprüfung 1958 übernahm er von seinen Eltern das Gasthaus „Stern“ zwischen Vituskirche und Hofgarten. Das Stammlokal der Veitshöchheimer Vereine, wo Karnevalisten, Schützen und Angler ihre Vereine gründeten, der TGV-Chor sang und die Bauernkapelle übte, führte er bis 1974 mit seiner Frau, ehe er dann der Umzug in das neuerbaute Haus im Birkental anstand.
Trotz seiner beruflichen Belastung wirkte Wundling über 30 Jahre lang an vorderster Front bei der Feuerwehr, deren Kommandant er 15 Jahre lang bis 1985 war. Die Gründung einer Damen- und einer Tauchergruppe und des zivilen Bevölkerungsschutzes, der Abschluss von Partnerschaften mit Fulda, Dambach im Elsaß und Elsdorf bei Köln und die Einführung des Kirchgangs der Feuerwehr stehen für eine Vielzahl von Verdiensten des Ehrenkommandanten der Feuerwehr.
„Erst Feuerwehr, dann die Familie“ lautete stets seine Devise. Seine vorbildliche Einstellung für das Gemeinwesen bewies der Jubilar auch nach dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses 1995 seine private Sammlung von 21 Feuerwehrhelmen aus West- und Osteuropa und der Übersee für eine Ausstellung in einer Vitrine im Foyer zur Verfügung stellte.
Bericht und Bilder: Dieter Gürz
1. Vorstand des Feuerwehrvereins Ulrike Knorz
2. Vorstand Gerhard Ferschke
Bürgermeister Rainer Kinzkofer
1. Feuerwehrkommandant Robert Röhm (rechts)
2. Kommandant Michael Birk (links)